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Abenteuer Bier – Eine Frage der Ähre

Bier, mein Lebenselixier – ein Thema das mich einfach begeistert als passionierte Konsumentin und kulturelles Schmankerl.

Bier als Grundnahrungsmittel kannten sowohl die Sumerer, welche bereits erste Braurezepte niederschrieben, als auch die Ägypter, welche eine erste Staatsbrauerei gründeten. Jeder Ägypter hatte Anspruch auf mehrere Kannen Bier am Tag, sogar die Sklaven. Der ziemlich beste Freund und Begleiter des Menschen schaut allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach auf eine mehr als 9000-jährige Geschichte zurück. Hut ab Opa Bier.

In Europa blieben die Römer und Griechen lieber beim Wein. Das Barbarengesöff überließen sie stattdessen den trinkfesten Germanen, die bekanntlich „Hunger und Kälte ertrugen, nur nicht den Durst“ (Tacitus).

Das Klosterbrauwesen in Deutschland entstand etwa im 5. Jahrhundert. Wer sich als älteste Brauerei der Welt bezeichnen darf, bleibt wohl immer ein Mythos. Damit wirbt zumindest Weihenstephan als älteste Staatsbrauerei von 1040 als auch Weltenburger als älteste Klosterbrauerei der Welt von 1050. Sicher ist, dass der zugegebene Hopfen das Bier haltbarer und bekömmlicher machte und unserem Bier, wie wir es heute kennen, nahekommt.

Maß aller Dinge war allerdings das norddeutsche Bier. Während es im 13. Jahrhundert schon etwa 600 Brauereien in Hamburg und Bremen gab, waren es in München lediglich um die 20. Unangefochtenes Bierzentrum im späten Mittelalter war Einbeck. Die Bayern importierten sogar extra das Einbecksche Getränk. Die horrenden Lieferkosten veranlassten die Bayern allerdings dazu, den Einbecker Brauereimeister kurzerhand abzuwerben. Ich als Preußin bin den Niedersachsen also furchtbar dankbar, dass es in Bayern so vorzügliche Biere gibt.

Berühmte Biertrinker gibt es natürlich viele – William Shakespeare, Martin Luther oder Ernest Hemingway, um nur einige zu nennen. Berühmte Biertrinkerinnen lassen sich aber partout nicht per Suchmaschine ermitteln. Dabei waren und sind Frauen, die brauen immer die Norm gewesen. Frauen brauten im Mittelalter am heimischen Braukessel ihr Bier. Gelang ein Sud besonders gut, luden sie die Nachbarinnen zum Bierkränzchen ein. Ein Zaubertrank, für den sie nicht auf dem Scheiterhaufen landeten.

Die Braumeisterinnen von heute brauen kein Frauenbier, sondern gute Biere. Klosterbraumeisterin Schwester Doris Engelhard (*1949) spricht mir folglich aus der Seele, „Wir trinken zu jeder Mahlzeit Bier, außer zum Kaffee.“

Wohlsein und habe die Ehre!

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